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Durch die weiterhin eingeschränkten Möglichkeiten sich frei zu bewegen oder auch, weil man selbst zu einer Risikogruppe gehört, möchte sich der ein oder andere nicht in größere Menschenmengen hinein begeben. Aber das heißt nicht, dass es keinen Gottesdienst geben muss. Neben der Möglichkeit Angebote im Internet zu nutzen, hier ein paar Ideen zum Selbermachen. Nur eins ist wichtig: Gottesdienst funktioniert nicht alleine! Auch wenn es dich die meiste Zeit kostet, suche dir unbedingt andere zum Mitmachen.

 

Morgenmahl wird Abendmahl
Du lädst ein paar nette Menschen zum Frühstück am Sonntag ein. Das dürfen auch Leute sein, die noch nicht an Jesus glauben, aber interessiert sind. Du solltest sie darauf hinweisen, dass es "fromm" wird. Und die gerade geltenden Corona-Regeln sind auch einzuhalten. Wenn alle am Tisch sitzen und alle sich schon mal ein Getränk genommen haben...

  1. Begrüßung und Vorstellung des Ablaufs bei "Morgenmahl wird Abendmahl". Vielleicht sagst du auch schon mal, was alle erwartet: Bibelworte, Gebete, jede*r darf sich beim Gespräch einbringen. Ihr feiert gemeinsam!
  2. Textlesung: Du liest 1. Kor 11,23-26.
  3. Einleitung mit einer kurzen Erklärung der Szene des Abendmahls (nimm gerne eigene Worte). Jesus und seine Freunde feiern das große Fest der Juden: Pessach. Es erinnert an die Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten, an das letzte Mahl vor der Nacht der Befreiung. Jesus deutet das Festessen als ein Zeichen für seine eigenen Tod und die Befreiung dadurch. Wie das geht? Jedes Mal, wenn wir Brot brechen, soll uns das daran erinnern, was Jesus für uns getan hat und was das für uns bedeutet.
  4. Brot teilen: Du zerbrichst dein Brötchen (oder deine Brotscheibe) und sagst dazu: "So hat Jesus, der Sohn Gottes, sein Leben für uns gegeben. Daran wollen wir uns heute erinnern."
  5. Dankgebet für das Frühstück (Brot) und was es uns sagt (was Jesus getan hat).
  6. Einladung zum Essen und die leckeren Dinge miteinander zu teilen und zu genießen: "Sehet und schmecket, wie freundlich der Herr ist." Evtl. wird nun der Brotkorb herum gereicht, vielleicht haben auch alle schon etwas auf ihrem Teller, jedenfalls beginnt das Frühstück. Los geht's!
  7. Gesprächszeit ist während des Frühstücks. Gib Allen Gelegenheit, etwas von sich zu erzählen. Das darf sich gerne auch darum drehen, was jede*r mit Jesus und dem Abendmahl verbindet.
  8. Nach dem Mahl, wenn alle fertig sind mit dem Frühstück, gibst du eine Karaffe mit Saft oder Wein herum, damit sich alle noch einmal einen Abschiedstrunk einschenken.
  9. Textlesung: Du liest noch einmal 1. Kor 11,25 und erklärst dazu z.B. Wir trinken hier kein Blut. Dieser Trank besiegelt die Freundschaft und Zuneigung Gottes wie einen Vertrag, als wäre er mit Blut unterschrieben. Und er verbindet auch uns mit Gott und miteinander! Wir senden uns gegenseitig mit dieser Zuversicht in den Alltag: Gott ist ganz und gar für uns. Wir sind nicht allein.
  10. Gebet oder Gebetsgemeinschaft füreinander und für die unbedingte Begleitung Gottes
  11. Der Kelch: Alle trinken einen Schluck.
  12. Du liest den Segen aus Numeri 6,24-26 ... und "Amen".

 

Bibel teilen

  1. Ankommen bei Jesus
    Wir werden uns bewusst: Christus ist in unserer Mitte. Ihn begrüßen wir und bitten ihn um eine geisterfüllte Zeit und Begegnung miteinander. Wer möchte, kann Jesus mit eigenen Worten willkommen heißen.
  2. Lesen das Wort Gottes
    Den Bibeltext wird einmal laut vorgelesen. Den Bibeltext wird nochmals von einem anderen Teilnehmer laut vorgelesen.
  3. Vertiefen das Wort Gottes in unserem Wort
    Wir sagen nun laut einzelne Worte oder kurze Satzteile des Textes, die uns bewegt haben. Es darf Wiederholungen geben und Pausen. Auf Kommentare oder Erklärungen verzichten wir. Der Text wird zum Abschluss ein drittes Mal im Zusammenhang laut vorgelesen
  4. Hören in Gegenwart Gottes
    Nun werden wir für einige Minuten ganz still und lassen Gott in der Stille zu uns sprechen.
  5. Teilen Gott begegnen durch andere
    Wir sagen uns, was uns im Herzen berührt hat. Wie hat uns das Bibelwort angesprochen? Die Beiträge werden nicht diskutiert. Alle sprechen von sich in der ersten Person.
  6. Handeln als Täter des Wortes
    Welcher Aufgabe wollen wir uns stellen, die sich für uns aus dem Gedachten und Gesagten ergibt? Was ist mir für mein Leben wichtig geworden? Wozu bin ich gesandt/beauftragt? Welche konkreten Schritte ergeben sich für mich?
  7. Beten mit Gott sprechen
    Wir beten miteinander, wer mag, gerne auch laut. Wir schließen mit einem Gebet oder Lied, das alle auswendig können. (z.B. Vaterunser)

Angelehnt an die 7-Schritte-Methode auf www.schulpastoral-ebk.de. Als Bibeltexte eignen sich besonders Worte der Evangelien. Aber ihr könnt auch schauen, was gut ins Kirchenjahr passt und z.B. den Predigttext des Sonntags nehmen: www.kirchenjahr-evangelisch.de

 

Gebetsspaziergang

Als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen, denn sie waren erschöpft und hilflos wie Schafe, die keinen Hirten haben. »Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenige Arbeiter«, sagte Jesus zu seinen Jüngern. »Darum bittet den Herrn, dass er noch mehr Arbeiter aussendet, die seine Ernte einbringen.« (Matthäus 9,36-38)

Ein Wegweiser zum Sehen wie Jesus und Beten an der frischen Luft:  

  • Gehen - zu zweit, maximal zu dritt! Wenn wir mehr sind, teilen wir uns auf. Zu Fuß - weil das Jesu Art ist und uns das real in Kontakt mit unserer Umwelt bringt.
  • Sehen - ermöglicht Empathie, Mitfühlen, Sensibilität für den Blick Gottes. Stift und Block, evtl. eine Kamera helfen, die Eindrücke festzuhalten und zu teilen.
  • Beten - als ob man zwanglos miteinander reden würde. Aber Jesus ist ins Gespräch eingeladen. Wir fragen also auch ihn zwischendurch, sprechen ihn (laut) an, bitten ihn, danken ihm, hören auf seine Anregungen. Das ist zunächst ungewohnt, zu zweit gehen, aber zu dritt (mit Gott) unterwegs sein.

Gehen - Sehen - Beten: Lasst euch von den Menschen und Dingen, die ihr beobachtet, direkt ins Gebet leiten. Der Anblick von Häuserzeilen, Einrichtungen, Werbung, Müll, einzelnen Personen ... all das wird euch nicht unberührt lassen. Lasst euch zeigen - was sehr offensichtlich ist oder sich auch hinter den Fassaden verbirgt - warum Jesus einmal die Menschen wie Schafe ohne Hirten bezeichnete. Und dann betet um Arbeiter für die Ernte! Da draußen ist eine Welt voller Leben, voller Gutem und auch Beschädigtem, voller Menschen mit ihrem Potenzial und ihren Sorgen, voller Momente, die Jesus brauchen - Geht hin!

  1. Eine*r liest Matthäus 9,36-38 vor und betet kurz für den Spaziergang.
  2. Die Gruppen einteilen und Zeitraum ausmachen. Jede Gruppe entscheidet sich für ihren Weg.
  3. In der Gruppe ladet ihr Jesus noch einmal ein, euch zu begleiten und eure Blicke zu lenken. Er geht mit.
  4. Los geht's: aufmachen - sehen und empfinden - stehen bleiben - sich gegenseitig auf das Beobachtete und den Gedanken aufmerksam machen und evtl. notieren - beten und weitergehen - sehen und empfinden ...
  5. Zum Abschluss sammeln sich alle in der großen Gruppe. Teil kurz eure wesentlichen Eindrücke und redet darüber. Eindrücke und Wesentliches bitte schriftlich festhalten und evtl. schon weitere Absprachen treffen.
  6. Legt noch einmal alles in Gottes Hand und segnet euch gegenseitig.